Bailongo

Tango in München mit Theresa

Musik-Seminare "Zuhören und Kennenlernen"

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Warum "Zuhören und Kennenlernen"?


In über 100 Jahren Tango ist eine faszinierende Vielzahl von Musikstilen entstanden. Jedes Orchester hat ein eigenes Klangbild geschaffen und im Lauf der Jahre weiterentwickelt. Durch den glücklichen Zufall, dass Aufzeichnungstechnik schon zur Verfügung stand, können wir heute die Musik hören, wie sie vor 80 oder 60 Jahren gespielt wurde. "Zuhören und Kennenlernen" lädt Tango-Tänzer dazu ein, die Musik, auf die sie tagtäglich tanzen, einmal genauer anzuhören.


Sich beim Tanzen von der Musik inspirieren zu lassen, ist nicht nur eine Sache von Intuition und subjektivem Empfinden. Ein geschultes Ohr erkennt einerseits die festen Strukturen, die jeder Tango hat, und die helfen, im Tanz zu "atmen" und sich mit dem Partner zu synchronisieren; andererseits entdeckt es in der rhythmischen und melodischen Reichhaltigkeit der Tango-Musik und der Vielfalt der Orchester-Stile unendlich viele Details, die den Tanz inspirieren; bei jedem Hören und mit jedem Partner anders.


Die Präsentation von ausgewählten Tangos mit Kommentierung musikalischer und spieltechnischer Merkmale und historischer Hintergründe vermittelt den Tänzern Wissen und schärft die Sinne und öffnet damit der Inspiration neue Horizonte.


Buchungen willkommen!

Seminare im Programm




Highlights der traditionellen Tango-Musik - Warum Tango so klingt, wie er klingt
oder
Was ist Tango?


Typische Rhythmen im Tango - Instrumentierung - die Spielweise: "Expressivität geht vor Wohlklang" - Vertonte Poesie: Situationen, Gefühle und Attitüden in den Tango-Texten, und ihre musikalische Gestaltung.

Dieses Seminar führt in kommentierten Hörbeispielen die wichtigsten Tango-Orchester der 20er bis 40er Jahre vor und arbeitet heraus, mit welchen rhythmischen, melodischen und spieltechnischen Stilmitteln der einzigartige Sound dieser Orchester geschaffen wurde und was für ein "Feeling" diese Musik transportiert.



Die Evolution der Orchester-Stile im traditionellen Tango

Das lebendige Spiel der Traditionalisten (1927)

Osvaldo Fresedo, Juan Maglio "Pacho"

Expressivität auf die Spitze getrieben bei der Guardia Nueva (1928)

Julio de Caro

Gemütliche und gemütvolle Musik Anfang der dreißiger Jahre (1931-1932)

Roberto Firpo, Francisco Canaro, Adolfo Carabelli

Freche und fetzige Musik in den dreißiger Jahren (1936-1939)

Edgardo Donato, Juan d'Arienzo, Rodolfo Biagi

Mit neuen Musikinstrumenten zum charakteristischen Orchester-Sound (1935-1937)

Osvaldo Fresedo, Francisco Lomuto, Roberto Firpo

Dynamische komplexe Musik, von der Guardia Nueva beeinflusst (1938-1941)

Aníbal Troilo, Roberto Firpo, Carlos di Sarli, Pedro Laurenz

Das Orchester und sein Sänger, Interpretation von vertonter Poesie (1941-1942)

Carlos di Sarli, Lucio Demare, Miguel Caló, Aníbal Troilo

Die Guardia Nueva klingt jetzt warm (1945-1950)

Osvaldo Pugliese, Julio de Caro




Die dreißiger Jahre: Entstehung der stilistischen Vielfalt der Orchester. Von der Guardia Vieja und der Guardia Nueva zur Época de Oro


Ende der zwanziger Jahre, während des ersten großen Tango-Booms in Buenos Aires, gab es zwei musikalische Stilrichtungen, die um die Gunst des Publikums wetteiferten: die traditionellen Orchester der Guardia Vieja und die Neuerer mit den Protagonisten Julio und Francisco de Caro. Viele der großen Orchester des "goldenen Zeitalters" hatten in dieser Zeit ihre Anfänge.

In der darauffolgenden Dekade ging der Tango durch wirtschaftlich schwierige Zeiten, Musiker mussten andere Geldquellen auftun, viele einst erfolgreiche Orchester lösten sich auf oder setzten sich anders zusammen. Die verbliebenen und neuen Protagonisten aber kreierten mit großer Experimentier- und Spielfreude neue Stilelemente, so dass am Ende des Jahrzehnts eine enorme Vielfalt von Tango-Orchestern den nächsten Boom, das "goldene Zeitalter", einleitete. Aber nicht nur als Übergang zur allseits bekannten und beliebten Musik der Época de Oro sind die dreißiger Jahre bedeutsam, in dieser Zeit wurden auch einige wunderbare zu Unrecht später vergessene Stücke geschaffen.




Über den Gesang im traditionellen Tango. Texte – Stile – Zusammenspiel.

Wir hören gesungene Tangos aus den verschiedenen Epochen von 1928 bis 1955, vom derben Spottlied bis zum Kunstwerk an vertonter Poesie. Wir lernen Gesangsstile kennen und verschiedene Weisen des Zusammenspiels von Sängern und Orchestern. Ab ca. 1940 sind beim "Cantor de la orquesta" Gesang und Orchester-Arrangement kunstvoll miteinander verwoben, es werden Stimmungen und dramatische Momente kreiert. Und wir lesen und besprechen die Texte in deutscher oder englischer Übersetzung.

Aus dem Inhalt:

– Beziehungsmord und Gewalt in der Familie, derb gesungen (1928-1931)
– Ehedrama und Selbstmorddrohung, gesungen im Belcanto (1931)
– Über den blasierten Nachbarn, über Fußball und über Glücksspiel, fetzig gespielt und gesungen (1933-1935)
– Verlassenheit, Frauenhass, Verbitterung, Todessehnsucht, in ausgefeilten Orchester-Arrangements mit Estribillo-Gesang (1936-1940)
– Wehmütiger Blick auf die Heimat, durch den "Cantor de la orquesta" (1941-1942)
– Großes Liebesleid , Drama und Verzweiflung, expressiv und kontrapunktisch dargeboten durch das Orchester mit seinen Sänger (1942-1945)
– Freundschaft, verlorene Liebe, verlorene Heimat, in schwindelerregenden Kunstwerken vertonter Poesie (1942-1948)




The other Big Four
Roberto Firpo - Francisco Canaro - Osvaldo Fresedo - Julio y Francisco de Caro
Fetziger Rhythmus - magische Phrasierung - süße Zartheit - abgefahrene Expressivität

"Die Großen Vier", das sind Carlos di Sarli, Juan d'Arienzo, Aníbal Troilo und Osvaldo Pugliese, haben Stile entwickelt und viele großartige Tangos geschaffen und dürfen deshalb in keiner Milonga fehlen. "Die anderen Großen Vier" waren in vielerlei Hinsicht Pioniere des Tango. Von ihnen stammen entscheidende Innovationen in Instrumentierung und Spielweise, sie waren die Kaderschule für die besten Musiker, und sie haben großartige Musik zum Tanzen geschaffen.




Carlos di Sarli – Miguel Caló – Aníbal Troilo.
Die eleganten Salon-Orchester der 40er Jahre

In der ersten Hälfte der 40er Jahre, als es angeblich 600 Tango-Orchester in Buenos Aires gab, jeden Tag drei Tango-Platten erschienen und es in jeder Cuadra im Zentrum ein Lokal gab, wo Tango gespielt wurde (Live oder von Platte), waren die Orchester Carlos di Sarli, Miguel Caló und Aníbal Troilo unter den beliebtesten. Heute gehören sie zum unverzichtbaren Bestand eines Tango-Abends.

Diesen drei Orchestern und ihren großartigen Musikern und Sängern widmet sich das Seminar. Wir verfolgen ihren Werdegang von den dreißiger bis in die sechziger Jahre. Im Mittelpunkt stehen die gesungenen Aufnahmen aus der ersten Hälfte der vierziger Jahre, aus der Zeit, als Tango-Komponisten und -Textdichter eng zusammenarbeiteten und die Sänger nicht mehr nur eine Strophe sangen, sondern zum Interpreten von vertonter Poesie wurden. In einer Serie von Vergleichen unterschiedlicher Versionen der gleichen Lieder werden die charakteristischen Stilelemente der drei Orchester herausgearbeitet.

 


Tango und Tiere


Darin kommen vor:
- das Rind und das Pferd: Diese Tiere haben in der argentinischen Ökonomie, Sozialgeschichte und Kultur eine wichtige Rolle gespielt, die in vielen Tangos thematisiert wird.
- Affen, Katzen, Vögel etc. mit ihren Stimmen hören wir in witzigen oder beschaulichen Tangos.

- Vögel, Fliege, Hund und andere Tiere kommen metaphorisch in vielen Tangotexten vor.




Seminare für DJs oder solche, die es werden wollen:

Charakteristika der Orchester zum Bauen von Tandas mit Charakter

Wir behandeln hier die Charakteristika der Orchester nicht als musiktheoretischen Selbstzweck, sondern aus der Sicht der Tänzer, und untersuchen, welche Stimmungen die Orchester vermitteln, damit wir Tandas bauen können, die eine Stimmung aufrechterhalten (oder entwickeln), und damit wir im Lauf der Milonga die Stimmungen aneinanderreihen können.


Creating the flow - how to construct an evening
Coherent tandas – contrasts between tandas – cycles of energy – tuning with the dancefloor.

Die nächsten Termine


6. Juni 2017: "Tango und Tiere" im Giesinger Bahnhof in München